Analyse 2017 & Ausblick 2018: Gruppe U16+ Leo

ULC Riverside Mödling, U16, U18, U20, U16+ Leo

(10.10.2017) Eine Saison geht zu Ende. Zeit Bilanz zu ziehen, auch für die U16+ Gruppe von Leo Brensberger, die auch heuer wieder einige Erfolge einheimsen konnte. Die Sprint- und Sprunggruppe, bei der in letzter Zeit auch vermehrt Langsprinter und Mittelstreckler trainierten,  hat heuer insgesamt 22 Medaillen und weitere elf Top 6-Platzierungen bei österreichischen Meisterschaften geholt. Hier ein Überblick, was die einzelnen Athletinnen und Athleten diese Saison geleistet haben:

Der Star – Samuel Szihn (2000)

Vor zwei Jahren zum Rising Star des ULC Mödling gewählt, ist der Ende 2000 geborene Athlet eine Fixgröße im Verein. Allein heuer gab es für ihn acht (!) Goldmedaillen bei Österreichischen Meisterschaften, eine sogar in der allgemeinen Klasse mit der Staffel.
Er holte sich heuer fünf Österreichische Meistertitel in den Sprungdisziplinen (4 x Weitsprung, 1 x Dreisprung) und drei weitere mit diversen Staffeln. Dazu kommen noch einige Podiumsplatzierungen (6 x Silber), wie zum Beispiel der zweite Platz im Weitsprung bei den ÖM der Allgemeinen Klasse in Linz. Auch ein Sieg in Regensburg und Top Ergebnisse bei den Austrian TOP Meetings stehen zu Buche.
Auch wenn es hie und da noch zwickte, hatte er seine Verletzungen im Vergleich zu den Vorsaisonen ziemlich im Griff und konnte heuer erstmals im Weitsprung die Schallmauer von sieben Metern (7,03 Meter) und im Dreisprung die 14 Meter-Marke überspringen (14,09 Meter). Bei mehr Glück mit dem Wind, wäre es auch noch weiter gegangen. Und mit einem genaueren Anlauf sind nächstes Jahr mit Sicherheit noch weitere Sprünge drinnen.
Im Sprint gelang ihm mit 11,14 Sekunden auf 100 Meter und 22,65 Sekunden auf 200 Meter ebenfalls ein großer Schritt nach vorne. Auf 200 Meter ist der Sprungspezialist sogar der Stärkste der Gruppe.

Der Shootingstar – Nicolas Schwaiger (1999)

Als er vor einem Jahr zur Gruppe stoß ahnte noch keiner, welches Talent in diesem Kerl schlummert. Bei seinem ersten Wettkampf in der Halle lief er die 800 Meter gleich unter 2:07 Minuten, zeigte aber in den nächsten Monaten eine neue Bestleistung nach der anderen bis er schließlich in Regensburg im Juni 1:59,59 Minuten lief. In seiner Lieblingsdisziplin holte er außerdem den U20-Landesmeistertitel und den dritten Platz bei den österreichischen U20-Meisterschaften. Zur Krönung der Saison gab es sogar den österreichischen Meistertitel mit der 3x1.000 Meter Staffel, bei der er als Schlussläufer an der Konkurrenz vorbeizog.
Aber auch auf der kürzen 400 Meter Distanz wusste er mit der schnellsten ULC-Zeit des Jahres zu überraschen und lief heuer bereits sehr starke 50,61 Sekunden.
Um sich weiterzuentwickeln wird Nico ab dieser Saison einige Trainings in der Woche in der Laufgruppe von Christian Jaeger absolvieren.

Der  Aufsteiger – Manuel Peczar (2001)

2017 war definitiv auch das Jahr von Manuel. Vergangenes Jahr mit 2:23 Minuten auf 800 Meter noch eher unauffällig unterwegs, machte Manuel schon in der Halle mit 2:16 Minuten einen Sprung nach vorne. Im Freien konnte er dann mehrmals um die 2:06 Minuten laufen, wobei vor allem bei den U18-Meisterschaften mit einer schnelleren ersten Runde mehr möglich gewesen wäre. Besonders bitter: auf den dritten Platz fehlte ihm nur eine Hundertstelsekunde.
Der Allrounder hat aber auch schon gute Zeiten auf 400 Meter (53,82 Sekunden) und 1.500 Meter (4:42,07 Minuten) gezeigt und besonders im Sprint einen großen Schritt nach vorne gemacht. Es wird spannend, was er uns nächstes Jahr zeigen wird, auch er trainiert ab jetzt teilweise in der Laufgruppe mit.

Der Heimkehrer – Chuk Nnamdi (1999)

Nach einigen Jahren in der Sprintgruppe von Victoria Schreibeis, wo er sich auch für die U18-Europameisterschaften in Tiflis/Georgien qualifizieren konnte, kehrte Chuk im Frühjahr zu seiner alten Gruppe zurück. Es war kein leichtes Jahr, da er schon die Hallensaison verletzungsbedingt fast komplett auslassen musste und auch im Sommer immer wieder mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen hatte. Mit 10,99 Sekunden im Vorlauf bei den Landesmeisterschaften zeigte er allerdings im Juni schon was er drauf hat - den Finallauf musste er leider verletzungsbedingt abbrechen - und bei den österreichischen U20-Meisterschaften in Amstetten konnte er sich mit einem zweiten Platz auf 100 Meter und dem ersten Platz mit der 4 x 100 Meter Staffel für eine sonst sicher nicht ideal verlaufene Saison trösten.
Es geht auf jeden Fall wieder bergauf, da wir die Oberschenkelprobleme schön langsam in den Griff bekommen. Wenn er 100 Meter sauber durchlaufen kann, ist nächstes Jahr auf jeden Fall wieder ein großer Sprung nach vorne möglich.

Der Verlässliche – Levin Gottl (1999)

Die Saison begann für Levin denkbar schlecht mit der Diagnose eines Knochenmarksödems im Sprunggelenk und zwölf Wochen Trainingspause. Trotz eines enormen Trainingsrückstandes zeigte er schon in der Halle mit 7,13 Sekunden und dem dritten Platz bei den österreichischen U20-Meisterschaften was er kann und was mit mehr Training vielleicht noch möglich gewesen wäre.
Auch im Freien überzeugte er mit ansprechenden Leistungen. Auf 100 Meter verbesserte er sich auf 11,14 Sekunden (leider mit zu viel Rückenwind) und auf 200 Meter auf 22,99 Sekunden. Seine Medaillensammlung konnte er außerdem um zweimal Gold mit der Staffel (1 x U20, 1 x Allgemeine Klasse) und einmal Bronze im 100 Meter Sprint erweitern.

Der Hürdenspezialist – Alexander Beckert (1999)

Alex war auch heuer wieder unsere verlässliche Nummer eins im Hürdensprint. In der Halle holte er mit  8,55 Sekunden den dritten Platz auf 60 Meter Hürden. Draußen lief es auf 110 Meter mit den höheren Hürden noch nicht ganz nach Wunsch, nächstes Jahr ist aber auf jeden Fall wieder mit ihm zu rechnen, weil die besseren Athleten aus der U20-Klasse rausfallen.

Der Coach – William Obiagwu (2000)

Selbstverständlich ist Willi nicht der Trainer, Coach ist nur sein Spitzname. Als Sportler war der ehemalige ULC Weinland-Athlet dafür sehr erfolgreich. In der Halle holte er sich bei U18-ÖM den zweiten Platz auf 60 Meter und den ersten Platz mit der 4 x 200 Meter Mixed Staffel. Auch im Freien wusste er mit einem dritten Platz auf 100 Meter in 11,37 Sekunden, sowie dem zweiten Platz mit der U18- und dem ersten Platz mit der U20-Staffel zu überzeugen, obwohl er immer wieder kleine Verletzungen hatte. Wenn er diese in den Griff bekommt ist noch vieles von ihm zu erwarten.

Die Überraschung – Theo Stallmeister (1999)

Am meisten überrascht hat heuer allerdings Theo. Ebenfalls erst seit gut einem Jahr dabei, glänzte der Athlet im Winter und Frühjahr durch Abwesenheit beim Training, teilweise auch verletzungsbedingt. Bei den Wettkämpfen zeigt er aber trotzdem groß auf und konnte im direkten Duell sogar den Nico auf 400 Meter besiegen, der trotzdem noch die bessere Saisonbestleistung hält. 51,17 Sekunden und der zweite Platz bei der NÖM sind trotzdem aller Ehren wert und wer weiß, was nächstes Jahr mit mehr Training noch alles möglich sein wird.
Auf den 100 Meter (11,49 Sekunden) und den 200 Meter (23,11 Sekunden) konnte er genauso überraschen, leider wurde er durch eine Verletzung im Sommer gestoppt. Aber nächstes Jahr ist auf jeden Fall mit ihm zu rechnen.

Das Sprungtalent #1 – Richard Weiss (1999)

Nein, die Rede ist nicht von Samuel, sondern von seinem Trainingskollegen Richard. Lange Zeit im Schatten von Samuel konnte er heuer sein Potential, das er im Training immer wieder zeigt, zumindest teilweise ausschöpfen und im Dreisprung die 13 Meter-Marke überspringen. Auch im Weitsprung sprang er zu einer deutlichen neuen persönlichen Bestleistung (6,29 Meter). Unterm Strich gab es für ihn den Landesmeistertitel im Dreisprung in der allgemeinen Klasse, drei weitere zweite Plätze (2 x Weitsprung, 1 x Dreisprung), sowie einige Top 6-Platzierungen bei österreichischen Meisterschaften.

Das Sprungtalent #2 – Matthias Weiss (2001)

Auch sein um zwei Jahre jüngerer Bruder hat heuer gezeigt, was er drauf hat. Im Hochsprung holte er den zweiten Platz mit übersprungenen 1,70 Meter. Man darf gespannt sein, was die nächste Saison bringen wird, schließlich hat er diese Leistung mit relativ wenig Training erreicht. Außerdem konnte er mit der Sprintstaffel den Vizemeistertitel bei den österreichischen U18-Meisterschaften erringen.

Das Sprungtalent #3 – Marlene Hirt (2001)

Für Marlene war 2017 ein durchwachsenes Jahr im Hochsprung. In der Halle gelang ihr zunächst mit 1,45 Meter der dritte Platz bei den NÖM der U18-Klasse. Im Freien konnte sie sich schon auf 1,50 Meter steigern, was den dritten Platz in der U20-Klasse bedeutete. Im Training zeigte sie aber schon höhere Sprünge, scheitert derzeit noch ein wenig an ihren Nerven. Nächstes wird das aber sicher schon besser sein und dann wird es auch deutlich höher gehen.

Die Aufsteigerin - Laura Steiner (1999)

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kann Laura auf diese Saison zurückblicken. Auf der einen Seite stehen da überragende Verbesserungen auf 100 Meter und 200 Meter, eine gelungene Prämiere auf der 400 Meter Distanz und der Landesmeistertitel mit der 4 x 100 Meter Staffel. Andererseits wurde auch ihr durch ein Knochenmarksödem eine Zwangspause und somit ein vorzeitiges Saisonende verordnet. Da sich eine Besserung abzeichnet, kann sie optimistisch auf die nächste Saison blicken.

Der Zivildiener #1 - Robin Cserveny (1998)

Nicht ganz so optimal verlaufen ist die Saison für Robin. Bedingt durch die Arbeitszeiten als Zivildiener hat ihm heuer einiges an Training gefehlt, er zeigte aber dennoch starke Leistungen in allen Disziplinen von 100 Meter bis 400 Meter. Auf 200 Meter gelang ihm zum Beispiel mit 24,30 Sekunden eine neue persönliche Bestleistung.

Der Zivildiener #2 - Thomas Frenkenberger (1999)

Thomas ist 2017 auf jeden Fall ein Sprung nach vorne gelungen. Ein bisschen im Schatten seiner Trainingskollegen konnte er seine 400 Meter Bestleistung auf 55,79 Sekunden, und seine 800 Meter Bestleistung auf 2:11,61 Minuten steigern. Wobei vor allem über die zwei Stadionrunden am Ende der Saison noch mehr möglich gewesen wäre, wenn nicht eine Verkühlung dazwischen gekommen wäre.

Der Neue - Fabian Planer (1997)

Erst seit kurzem bei uns dabei ist Fabian. Bei ersten Wettkämpfen konnte er mit 100 Metern unter 12 Sekunden schon sein Talent unter Beweis stellen, es wird auf jeden Fall spannend, was die Zukunft bei ihm bringt.

Alles in allem haben die Athleten 22 Medaillen bei Österreichischen Meisterschaften geholt, davon neun in Gold, acht in Silber und fünf in Bronze, dann noch weitere elf Top 6-Platzierungen.  Dazu kommen noch neun Landesmeistertitel, 14 Vizelandesmeistertitel und acht dritte Plätze bei Landesmeisterschaften. Das ist eine tolle Leistung, die alles andere als selbstverständlich ist. Mit vielen weiteren Top 6-Platzierungen ist dies auch ein wertvoller Beitrag, dass man wieder den NÖLV-Cup nach Mödling bringen konnte.

Ausblick auf 2018

Der Aufbau für 2018 hat bereits begonnen. Alle Athleten haben noch sehr viel Potential und wir sind gespannt, was da noch alles kommt. Das Training wird heuer leicht umgestellt und ein wenig intensiviert.
Nächstes Jahr sind auch einige internationale Starts (München, Regensburg) geplant, wo auch vermehrt die Staffeln gelaufen werden. Heuer hat es noch nicht ganz für den niederösterreichischen U20 Rekord für die Sprintstaffel gereicht, der soll dafür nächstes Jahr fallen, wenn nicht sogar der österreichische Rekord. Schließlich können die U20-Staffeln in derselben Besetzung gelaufen werden, weil die Sprinter Jahrgang 1999 oder jünger sind.

Bei dieser Gelegenheit wollen wir uns auch bei Christoph Pöstinger bedanken, der die Burschen sehr unterstützt und immer wieder wertvolle Tipps parat hat. Auch an Victoria Schreibeis, die das Hürdentraining mit Alex absolviert und bis in den Winter das Krafttraining erstellt hat.
Auch großen Dank an Norbert Stuchetz, der die Burschen ebenfalls unterstützt und bei den vielen kleinen und größeren Verletzungen immer helfend eingreift und vor allem das Warum hinterfragt um zukünftige Verletzungen zu vermeiden. Die Trainingspläne können somit nun besser abgestimmt werden.

 

Bericht von Leo Brensberger, Thomas Frenkenberger