05.-10.08.2026 | Eugene (OR), USA | Die U20-Weltmeisterschaft ist die größte Bühne, die der Leichtathletik-Nachwuchs zu bieten hat. In Eugene (USA) war mit Leonie Zoe Haller auch eine Athletin des ULC Riverside Mödling am Start. Nach einer Saison, in der sie sich im Speerwurf auf ein völlig neues Niveau gesteigert hatte, vertrat sie den Verein im weltbesten U20-Feld.
Leonie Zoe Haller (Speerwurf)
Leonies Weg nach Eugene: Schon der Saisoneinstieg geriet zum Auftakt nach Maß. Beim ersten ÖLV-Südstadt-Meeting verbesserte Leonie ihre bisherige persönliche Bestleistung von 48,65 Metern deutlich, warf mit 51,99 Metern erstmals über die 50-Meter-Marke und erfüllte damit auf Anhieb das U20-WM-Limit von 49,50 Metern. Im zweiten Wettkampf, den österreichischen Vereinsmeisterschaften der Allgemeinen Klasse in Kapfenberg, folgte die nächste Steigerung auf 52,53 Meter – eine erneute persönliche Bestleistung.
Auch ihre drei weiteren Saisonwettkämpfe beendete Leonie jeweils mit Weiten jenseits der 50 Meter und bestätigte damit ihr neues Level. Besonders hervorzuheben ist ihr Auftritt bei der BAUHAUS Junioren Gala in Mannheim, wo sie sich in einem stark besetzten internationalen Feld den zweiten Platz sicherte. Mit ihren konstanten Weiten ist Leonie zugleich die erste Speerwerferin des ULC überhaupt, die die 50-Meter-Marke übertroffen hat.
Leonies Bewerb in Eugene: In Eugene stand für Leonie die Qualifikation im Speerwurf mit dem 600 Gramm schweren Gerät auf dem Programm. Das Teilnehmerfeld war auf zwei Qualifikationsgruppen aufgeteilt; Leonie trat in Gruppe B an. Für den Einzug in das Finale der besten zwölf Werferinnen war entweder die direkte Qualifikationsnorm von 52,50 Metern (Q) nötig oder ein Platz unter den zwölf Besten des Gesamtfeldes (q). Mit ihrer Saisonbestleistung von 52,53 Metern hatte Haller eine Weite im Gepäck, die genau in diesem Bereich lag.
Freitag, 07.08.: Am Freitagvormittag (Ortszeit) ging Haller in der Qualifikation an den Start, fand an diesem Tag aber nicht zu ihrem Wurfrhythmus und konnte nicht an ihre konstant starken Saisonleistungen anknüpfen. Mit Weiten von 41,54 Meter, 42,85 Meter und 45,61 Meter blieb sie unter ihren Möglichkeiten. Ihre beste Weite von 45,61 Metern bedeutete Platz zwölf in der Qualifikationsgruppe B; für das Finale reichte es damit nicht.
Leonie selbst zog ein ehrliches Fazit: „Ich bin mit dem Wettkampf nicht wirklich zufrieden. Es hat sich alles ein bisschen komisch angefühlt. Eigentlich bin ich mit gutem Training im Rücken angereist, ich habe im Training eine persönliche Bestleistung erzielt und war gut in Form. Im Wettkampf hat es dann aber einfach nicht hingehauen, vom Timing her hat nicht alles zusammengepasst. Im letzten Versuch habe ich noch einmal versucht, alles zu geben und alles reinzuhauen, aber es hat leider nicht gereicht.“
Auch wenn das Ergebnis hinter den eigenen Erwartungen zurückblieb: Mit der Qualifikation für die U20-Weltmeisterschaft und dem Start im weltbesten Nachwuchsfeld hat Leonie in dieser Saison einen großen Schritt auf internationalem Niveau gemacht – und dürfte in Eugene wertvolle Erfahrungen für die kommenden Aufgaben gesammelt haben.
Bericht von Raphael Asamer
Fotos von ÖLV/Aaron Bui
Ergebnis U20-Weltmeisterschaft, Eugene (OR)/USA, 2026
Bericht (ÖLV, Tag 3) U20-Weltmeisterschaft, Eugene (OR)/USA, 2026
Fotos (Copyright: ÖLV/Aaron Bui) U20-Weltmeisterschaft, Eugene (OR)/USA, 2026