ULC Riverside Mödling, Leonie Zoe Haller

25.-26.07.2026 | Innsbruck | Bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften der Allgemeinen Klasse in Innsbruck sorgte Anja Dlauhy für den herausragenden Moment aus ULC-Sicht: Die 400-Meter-Hürden-Läuferin gewann in 54,52 Sekunden nicht nur den Staatsmeistertitel, sondern stellte zugleich einen neuen österreichischen Rekord und einen Meisterschaftsrekord auf. Insgesamt holte der ULC an den beiden Wettkampftagen vier Titel und zwei Bronzemedaillen: Zu Anjas Sieg kamen die Staatsmeistertitel von Leonie Zoe Haller im Speerwurf, Samuel Szihn im Weitsprung und der 4x100-Meter-Staffel der Männer, dazu die Bronzemedaillen von Tabea Schmid über die 1.500 Meter und der 4x100-Meter-Staffel der Frauen.

Samstag: Anja überstrahlt mit Rekord alles, Leonie mit Premierensieg, Samuel in gewohnter Manier und Tabea mit erster Outdoor-ÖSTM-Medaille

Für Anja war es bereits die dritte Verbesserung des österreichischen Rekords über die 400 Meter Hürden. Dass sie in der Woche vor dem Wettkampf erneut mit leichten Oberschenkelproblemen zu kämpfen hatte, war ihrem Lauf letztlich nicht anzumerken. Nach einem etwas verhalteneren Beginn schloss sie zu Lena Pressler (Union St. Pölten) auf, überstand einen leichten Rhythmusbruch an der sechsten Hürde und behielt auf den letzten 150 Metern in einem harten Zweikampf um Gold die Oberhand. Mit 54,52 Sekunden blieb sie 28 Hundertstel unter ihrer bisherigen Bestleistung von 54,80 Sekunden; Pressler folgte in 54,55 Sekunden nur drei Hundertstel dahinter als Zweite.

Zwei weitere Titel gab es in den technischen Bewerben. Leonie setzte sich im Speerwurf mit 50,85 Metern durch und war die einzige Athletin des Feldes, der ein Wurf über die 50-Meter-Marke gelang. Nach eher verhaltenem Beginn steigerte sie sich von Runde zu Runde und schaffte ihre Siegesweite erst im sechsten und letzten Versuch (43,40 – 44,87 – 45,77 – 47,23 – 47,02 – 50,85 Meter). Ihr Fokus gilt nun der U20-Weltmeisterschaft, wo sie den Finaleinzug anpeilt. Samuel Szihn gewann den Weitsprung mit 7,28 Metern, die ihm – wie schon bei seinen jüngsten Auftritten – gleich im ersten Versuch gelangen. Weil Niklas Voss (SG Götzis) dieselbe Weite erzielte, fiel die Entscheidung über den zweitbesten Versuch zugunsten von Samuel. Für ihn war es der sechste Freiluft-Staatsmeistertitel in Folge und, die Hallentitel eingerechnet, der zehnte Staatsmeistertitel insgesamt.

Über die 1.500 Meter der Frauen holte Tabea in 4:26,87 Minuten die Bronzemedaille. Nach zwei Hallenmedaillen und mehreren knapp verpassten Podestplätzen im Freien war es ihre erste Freiluft-Staatsmeisterschaftsmedaille. Mit Lena Millonig kam eine weitere ULC-Läuferin unter die besten sechs: Sie belegte in 4:37,62 Minuten Platz sechs.

Bei den Sprintbewerben stand Muriel Wohlrab im Mittelpunkt. Über die 100 Meter lief sie im Vorlauf 11,72 Sekunden – persönliche Bestzeit und zugleich neuer ULC-Vereinsrekord – und zog damit ins Finale ein, das sie in 11,91 Sekunden auf Platz sechs beendete. Persönliche Bestleistungen gab es auch andernorts: Daniel Seidl verbesserte sich über die 400 Meter auf 49,77 Sekunden und wurde Neunter, Raphael Pöstinger lief die 100 Meter im Vorlauf in 11,03 Sekunden, und Marlies Wegener steigerte sich über dieselbe Strecke im Vorlauf auf 12,41 Sekunden.

Vielseitigste ULC-Starterin war Selina Müller mit drei Bewerben: Im Kugelstoßen wurde sie mit 11,75 Metern Achte, im Speerwurf mit 36,60 Metern Siebente und im Weitsprung kam sie mit 5,54 Metern auf Platz zwölf. Über die 400 Meter der Männer belegte Stefan Klefasz in 50,04 Sekunden Rang elf. In den 100-Meter-Vorläufen waren mit Lucas Gschier (10,98 Sekunden), Chukwuma Nnamdi (11,24 Sekunden, Saisonbestzeit) und Chinomnso Nnamdi (11,40 Sekunden) drei weitere ULC-Athleten am Start; der erst 2009 geborene Lucas maß sich dabei bereits mit der Allgemeinen Klasse. Bei den Frauen lief Maxima Krause die 100 Meter im Vorlauf in 12,40 Sekunden, und über die 1.500 Meter komplettierte Daniela Forsthuber (Jahrgang 1984) das ULC-Aufgebot in 5:02,55 Minuten.

Sonntag: Sprintstaffeln stocken das Medaillenkonto auf

Für die Männer war es der erste Staffeltitel nach einer kurzen Durststrecke: Auf viele erfolgreiche Jahre folgte 2024 und 2025 ein kleines Loch, ehe sich nun ein neues, junges Quartett den Titel sicherte. Chinomnso, Raphael, Daniel und Lucas – die Jahrgänge reichen von 2004 bis 2009 – setzten sich in 41,58 Sekunden klar gegen die Konkurrenz durch. Einzig die außer Wertung laufende Tiroler Auswahl war mit 41,34 Sekunden schneller, sodass der Staatsmeistertitel an den ULC ging.

Auch die Frauenstaffel überzeugte. In der Besetzung Maxima, Marlies, Muriel und Selina lief das Team in 47,37 Sekunden zu Bronze und holte, nicht in stärkster Aufstellung angetreten, das Maximum heraus. Vor dem ULC platzierten sich nur die Staffeln von Union St. Pölten (45,27 Sekunden) und der SU Leibnitz (45,56 Sekunden).

Knapp an einer Medaille vorbei schrammte Tabea über die 800 Meter. Einen Tag nach ihrer Bronzemedaille über die 1.500 Meter wurde sie in 2:09,84 Minuten Vierte und fehlte nur 0,76 Sekunden auf Rang drei.

Für die größte Überraschung aus ULC-Sicht sorgte beinahe Leticia Scherr im Hochsprung. Von Meldelistenplatz 16 kommend steigerte sie ihre persönliche Bestleistung um gleich sieben Zentimeter auf 1,68 Meter und mischte im Kampf um die Medaillen mit. Am Ende wurde sie Vierte: Gleich vier Springerinnen überquerten 1,68 Meter, sodass die Zahl der Fehlversuche entschied. Leticia meisterte die 1,68 Meter zwar im ersten Versuch, hatte zuvor aber bei 1,58 Metern zwei und bei 1,63 Metern einen Fehlversuch zu viel. Bronze ging an Maxima Sperr (ULC Linz Oberbank), die dieselbe Höhe übersprang.

Eine persönliche Bestleistung gelang Luis Kuttner: Der 800-Meter-Läufer verbesserte sich als Zehnter auf 1:57,92 Minuten und blieb damit erstmals unter der 1:58-Minuten-Marke. Über die 200 Meter der Männer kam Daniel in 22,66 Sekunden auf Platz zwölf, Stefan in 23,19 Sekunden auf Rang 18. Im Hochsprung der Frauen war neben Leticia auch ihre Schwester Mireille Scherr am Start, die mit 1,53 Metern Platz 13 belegte.

Glückwunsch an alle Athletinnen und Athleten sowie Trainerinnen und Trainer zu einem überragenden Staatsmeisterschaftswochenende!

Bericht von Raphael Asamer
Fotos von ÖLV/@amri.sports

Bericht (ÖLV, Tag 1) ÖSTM Freiluft, Innsbruck, 2026
Bericht (ÖLV, Tag 2) ÖSTM Freiluft, Innsbruck, 2026
Bericht (NÖLV) ÖSTM Freiluft, Innsbruck, 2026
Fotos (Copyright: ÖLV/@amri.sports) ÖSTM Freiluft, Innsbruck, 2026
Ergebnis ÖSTM Freiluft, Innsbruck, 2026

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