Bestleistung am laufenden Band zum Saisonabschluss

ULC Riverside Mödling, Nikola Jörgl, Klara Dünser, Leonie Zoe Haller

03.10.2020 | Schwechat | Die Erwartungshaltung vor der letzten Stadionmeisterschaft der Saison 2020, einer sehr außergewöhnlichen Saison, war den Lauf der letzten beiden Wochen mitzunehmen und bei den Landesmeisterschaften im Fünfkampf nochmals alles aus sich herausholen. Der erste Samstag im Oktober präsentierte sich auf dem Schwechater Phönixplatz als typischer Herbsttag – relativ kühl in der Früh, im Vergleich zu den letzten Wettkämpfen starker Wind und abwechselnd Sonne und Wolken. Mit elf Mädchen und neun Jungs war das ULC-Team auch zahlenmäßig das stärkste Team in Schwechat. Die Details zu den zahlreichen Bestleistungen folgen umseitig:

U14-Girls holen drei von sechs möglichen Medaillen

Die Motivation vor dem Auftaktbewerb war zwar vorhanden, der Gegenwind auf der Wurfanlage sorgte aber schon vor dem ersten Wurf für etwas Unmut. Nach viel gutem Zureden sollte der Wind eine gewisse Rolle spielen, mit Fokus auf saubere Würfe kamen aber beinahe alle Mädchen zu soliden Ergebnissen. Die stärksten Würfe zeigte erwartungsgemäß Leonie Zoe Haller, die schon seit letztem Jahr in jedem Vortexbewerb unantastbar war. Diesmal landete das Wurfgerät bei 63,20 Meter. Direkt hinter der Disziplinensiegerin landete mit Nikola Jörgl die zweite Mödlingerin. Auch Nikola kam mit 42,81 Meter knapp an ihrem Hausrekord aus Amstetten heran. Ebenso knapp an ihren Hausrekord kam Mara Müller heran. In Schwechat kamen für sie gute 34,25 Meter in die Wertung. Nicht nur bei sich, sondern auch bei ihren Trainern, sorgte Klara Dünser mit ihrem besten Wurf auf 32,55 Meter für einen Felsen der vom Herzen fiel. Dahinter folgten Lilly Rezny (28,91 Meter) und Angelina Macinkovic (28,00 Meter) mit soliden Auftaktleistungen. Carolina Calvo war im Vortexwurf die einzige ULC-Athletin, die mit ihrer Weite von 26,30 Meter über eine neue pB jubeln durfte. Marie Greifeneder (25,96 Meter), Julia Nikolic (24,09 Meter), Maxine Springer (23,87 Meter) und Leonie Trnka (12,43 Meter) komplettierten den Vortexbewerb.

Nach einem soliden Auftakt sollte im Hürdensprint die erste Bestleistungswelle folgen. Wie gehabt stand für die U14-Gruppe der Sprint über 60 Meter inkl. vier Hürden auf dem Programm. Im ersten Zeitlauf ihrer Gruppe waren mit Angi, Klara, Nikola und Leonie auch unsere vier schnellsten Mädchen am Start. Der Gegenwind, der im Vortexwurf noch der proklamierte Feind des Tages war, war auch im Hürdensprint anwesend. Warum auch immer sorgte dieser diesmal für keine Motivationsprobleme, was die Leistungen in weiterer Folge auch widerspiegelten. Nachdem Angi in der Vorwoche in Stadlau die schnellste war, schlug Klara nach ihrem erfreulichen Vortexauftakt zurück. Bei mäßigem Gegenwind sprintete sie zu neuer pB von 9,18 Sekunden, was um 0,21 Sekunden schneller als bei ihrem bisherigen Rekord vor zwei Wochen war. Damit wurde sie im Hürdensprint insgesamt gute Zweite. Direkt hinter ihr folgten aber bereits die nächsten ULC-Girls. Leonie pulverisierte ähnlich wie Klara ihren Hausrekord und kam auf starke 9,30 Sekunden. Angi steigerte sich auch diese Woche erneut und unterstrich mit 9,32 Sekunden ihre Ambition eine gute Zukunft vor sich zu haben. Nikola komplettierte das überragende Hürdenergebnis mit 9,34 Sekunden, was auch bei der Breitenfurterin eine neue persönliche Bestleistung bedeutete. Für ein Ausrufezeichen sorgte auch Maxine Springer, als schnellste ULClerin des Jahrgangs 2008. Nach ca. 10,80 Sekunden vor zwei Wochen und 10,30 Sekunden vor einer Woche ging es diesmal noch ein wenig schneller. So blieb Maxi diesmal mit 9,91 Sekunden zum ersten Mal unter der 10-Sekunden-Schallmauer und zeigte, dass wir auch im nächsten Jahr nichts zu befürchten haben werden. Eine 9er-Zeit blieb Mara knapp verwehrt. Mit 10,01 Sekunden (pB) scheiterte sie hauchdünn an ihrem Vorhaben. Julia war mit ihrem Lauf zwar nicht zufrieden, kam aber auf gute 10,19 Sekunden. Caro landete nach 10,21 Sekunden nur minimal dahinter. Gut waren auch die Zeiten von Lilly (10,68 Sekunden), Leonie Trnka (10,86 Sekunden) und Marie (11,28 Sekunden).

Spätestens nach dem Hürdensprint überwog im Team die positive Stimmung, was man auch im Hochsprung merkte. Bei Leonie Trnka wollte an diesem Tag der Anlauf nicht wirklich klappen, weswegen leider bereits nach 1,00 Meter Schluss war. Die beiden jungen, Marie und Lilly, sorgten für gute Sprünge und kamen in der Endabrechnung auf 1,12 Meter. Für Marie bedeutete diese Höhe sogar eine neue persönliche Bestleistung. Dieselbe Höhe erzielte auch Caro, die sich nach dem Sprungbewerb jedoch etwas unzufrieden zeigte. Angi, die seit dem ersten Bewerb über Rückenschmerzen klagte, teilte nach 1,12 Meter den Unmut von Caro. Deutlich höher hinaus ging es bei den weiteren Mädchen. Julia fand nach mäßigen ersten Sprüngen ihren Rhythmus und egalisierte mit 1,28 Meter ihre persönliche Bestleistung aus Amstetten. Maxi war mit einer pB von 1,20 Meter angereist (Stadlau vor einer Woche). Diesmal war es bereits der erste Versuch über diese Höhe, der die weiße Fahne mit sich brachte. Über 1,24 Meter folgte ebenso ein gültiger erster Versuch. Mittlerweile in einem „Rausch“ befindlich sollten auch noch die Folgehöhen von 1,28 Meter und 1,32 Meter klappen, was nach den Hürden bereits zum zweiten Jubelschrei an diesem Tag sorgte. Die gleiche Höhe schafften Mara Müller (ebenfalls pB) und Nikola Jörgl, der nur aufgrund von etwas schleifender Technik höhere Höhen verwehrt blieben. Einen ausgezeichneten Tag erwischte Klara, die nach 1,28 Meter über 1,32 Meter und zu einer neuen pB segelte. Mit Extramotivation ließ sie über 1,36 Meter einen gültigen Versuch folgen. Auch die nächste Schallmauer von 1,40 Meter ist bereits in Reichweite sollten nur die Waden eine noch deutlichere pB verhindern. Das Maß aller Dinge im Hochsprung war Leonie, die es in Schwechat schaffte technisch besser zu springen. Das sonstige Problem der zu hektischen Technik klappte in Schwechat deutlich besser. Leonie übersprang nach der Pflicht von 1,44 Meter zu einer lang erhofften Bestleistung von 1,48 Meter. Bei 1,52 Meter sollte nur ein Hauch fehlen, was jedoch in der kommenden Saison klappen sollte.

Pünktlich vor dem 60 Meter-Flachsprint frischte der Gegenwind wieder auf. Die Stimmung bei den Mädchen war jedoch mittlerweile so gut, dass dies kein Thema mehr war. Im ersten Zeitlauf war es Klara, die nach einem guten Start auch am besten in den Lauf fand. Bei etwas stärkerem Gegenwind steigerte sie ihren Hausrekord trotzdem auf 8,55 Sekunden, was mittlerweile die dritte pB in Serie war. Nikola kam im gleichen Lauf auf 8,79 Sekunden und war überhaupt nicht zufrieden. Mehr Grund zur Freude hatte Mara, die nur knapp hinter ihrer Freundin blieb und mit 8,81 Sekunden bis auf eine Hundertstelsekunde an ihren Hausrekord herankam. Im zweiten Zeitlauf gab es die schlechtesten Sprintbedingungen des gesamten Wettkampftages. Angi sah sich im zweiten Zeitlauf mit einem „Gegensturm“ von -3,3m/s konfrontiert. Nichtsdestotrotz verbesserte sie sich auf 8,81 Sekunden und erzielte auch im zweiten Sprintbewerb des Tages eine neue pB. Leonie lief in 8,85 Sekunden ebenfalls zu einer neuen persönlichen Bestleistung, was ihre ausgezeichnete Tagesform in Schwechat unterstrich. Caro kam knapp dahinter auf 9,00 Sekunden. Julia kam auf 9,05 Sekunden.
Auch im dritten Zeitlauf gab es wieder Grund zu jubeln. Die in Bestform agierende Maxi erwischte wie schon im Hürdensprint einen ausgezeichneten Start. Der Lauf wurde eine klare Angelegenheit und Maxi konnte in 8,89 Sekunden erstmals die 9-Sekunden-Schallmauer durchbrechen. Leonie Trnka kam im Flachsprint bis auf wenige Hundertstelsekunden an ihre pB heran und lief 9,31 Sekunden. Marie sprintete im selben Lauf gute 9,69 Sekunden, Lilly landete weitere drei Hundertstelsekunden dahinter (9,72 Sekunden).

Den Abschluss stellte wie sonst auch immer der 1.200 Meter Crosslauf dar. Klara setzte an einem erfolgreichen Wettkampftag mit einer überragenden Laufleistung den Schlusspunkt. In 3:35,10 Minuten erzielte sie den Tagesbestwert. Nur zwei Plätze dahinter lief Leonie nach 3:52,63 Minuten ins Ziel ein. Den Sieg im Mehrkampf fixierte letztere am Ende mit 406 Punkten Vorsprung und einer neuen pB von 4.208 Punkten. Klara überholte mit dem Crosslauf noch ihre Trainingskollegin Nikola und steigerte sich im Vergleich zu Amstetten um fast 500 Punkte auf 3.736 Punkte. Am Ende sorgten Leonie und Klara mit Gold und Bronze für zwei von drei möglichen Einzelmedaillen bei den Mädchen. Nikola schrammte mit ebenfalls neuer Mehrkampf-pB als Vierte nur hauchdünn am Podium vorbei. Zu den drei erstgenannten gesellte sich Mara mit 3.294 Punkten ebenfalls in den 3.000-Punkte-Club dazu. Mit 3.294 Punkten fiel die Verbesserung im Vergleich zu den ÖM ähnlich deutlich wie bei Klara aus. In der Endabrechnung landete Mara auf Platz neun.
Caro (2.919 Punkte) erzielte nach einer überragenden Laufleistung so wie Angi (2.764 Punkte), Maxi (2.662 Punkte) und Lilly (2.602 Punkte) eine neue Mehrkampfbestleistung. Julia kam einen Platz hinter Lilly auf 2.542 Punkte. Marie beendete ihren Fünfkampf mit soliden 2.160 Punkten, Leonie Trnka kam auf 1.936 Punkte.
In der Mannschaftswertung fiel das Ergebnis ähnlich deutlich aus. Leonie, Klara und Nikola waren mit den Einzelplatzierungen eins, drei und vier unantastbar. 11.527 Punkte bedeuten noch einmal ein ganzes Stück mehr Punkte als bei den ÖM in Amstetten. Gold gab es für das Trio in Schwechat mit 1.122 Punkten Vorsprung. Team zwei mit Mara, Caro und Angi kam auf 8.977 Punkte und schrammte als Vierte nur knapp am Podest vorbei. Auch das dritte Team mit Maxi, Lilly und Julia erzielte mit Platz sieben und 7.806 Punkten eine Top-Platzierung in der Mannschaftswertung.

Jungs-Mannschaft trotzt Ausfällen und sichert sich Silber im Team

Den Bericht der Jungs werden wir im Laufe der Woche noch nachreichen...

 

Bericht von Raphael Asamer

Fotos von Raphael Asamer

 

Bericht (NÖLV) NÖM Mehrkampf U14 2020, Schwechat, 2020

Ergebnis NÖM Mehrkampf U14 2020, Schwechat, 2020