16-faches Edelmetall bei den ÖM U18/U23

ULC Riverside Mödling

04.-06.09.2020 | Klagenfurt | Die erste der beiden großen österreichischen Nachwuchsmeisterschaften, nämlich jene der Altersklassen U18 und U23, entpuppte sich für den ULC Riverside Mödling als voller Erfolg. Nicht weniger als 6 x Gold, 4 x Silber und 6 x Bronze konnten unsere Athletinnen und Athleten erobern. Überragend war vor allem die mannschaftliche Dicht in der U23-Klasse, die für fünf von sechs Gold- und in Summe neun Medaillen verantwortlich war. Die Details findet ihr umseitig:

9 Medaillen, davon gleich 5 in Gold durch unsere U23-Athletinnen und -Athleten

Der Wettkampf begann am Freitag gleich mit einem Auftakt nach Maß, als Samuel Szihn die Weitsprungkonkurrenz alt aussehen ließ. Mit einem Satz auf 7,56 Meter und einer tollen Serie (7,52 Meter, 7,46 Mete), zeigte er eindrucksvoll, dass die lange verletzungsbedingte Pause nun endgültig überwunden ist. Zur Freude über den Vereinsrekord rückte durch diese Leistung auch die Teilnahme an internationalen Bewerben wieder in greifbare Nähe.

Der Jubel war noch kaum verhallt, da setzten die 800 Meter-Läufer das nächste Highlight. In einem dramatischen Finish konnten sich Marcel Tobler (1:55,01 Minuten, PB) und Nicolas Schwaiger (1:56,00 min) die Plätze zwei und drei sichern. Die starke Leistung der Mittelstreckler wurde durch Amelie Brunner komplettiert, die als Vierte in 2:18,29 Minuten nur knapp am Podest verbeischrammte.

Eine Platzierung, mit der man nicht rechnen durfte, gelang auch Leia Nemeskeri mit 5,20 Meter und Platz sechs im Weitsprung bei Ihrem ersten Antreten bei österreichischen Meisterschaften.

Die Sprintbewerbe begannen mit den 200 Meter der Frauen, wo Leonie Springer mit einem vierten Platz ein sehr achtbares Ergebnis erreichte. Trotz der Enttäuschung über die „Blecherne“ konnte sie sich mit 24,66 Sekunden über eine neue Bestleistung freuen und sich auf drei Hundertstelsekunden dem ULC-Vereinsrekord annähern, der spätestens nächste Saison fallen wird. Die Herren versuchten es ihr gleich zu machen, was an diesem Wochenende nicht gänzlich gelang. Markus Grau mit Platz acht (22,59 Sekunden) und Chukwuma Nnamdi (22,61 Sekunden) mit Platz zehn zeigten dennoch solide Leistungen.

Erneuten Grund zum Jubeln gab es dann bei den 5.000 Meter der Frauen, bei denen Lena Millonig keine Zweifel an Ihrem Leistungsvermögen aufkommen ließ. Sie einteilte der Konkurrenz schon früh und lief in 17:21,32 Minuten ungefährdet mit fast 45 Sekunden Vorsprung vor der Zweitplatzierten als neue österreichische U23-Meisterin ins Ziel.

Ein weiteres Highlight gelang Theo Stallmeister im letzten Bewerb des Tages, den 400 Meter der Männer. Nach einigen guten Wettkämpfen in den letzten Wochen, passte in diesem Lauf fast alles. Mutig und entschlossen drückte er dem Rennen seinen Stempel auf und forderte die Favoriten bis zur Ziellinie. Mit 48,68 Sekunden gelang ihm nicht nur eine neue persönliche Bestleistung, sondern auch Platz zwei der Meisterschaft und eine neuer Vereinsrekord über die Viertelmeile. Auch Tobias Lugstein erreichte in diesem Lauf mit 51,85 Sekunden einen Top 6-Platz. What a day!

Den zweiten Wettkampftag eröffneten aus heimischer Sicht wieder die Sprinterinnen und Sprinter. Und auch da gab es durch Leonies dritten Platz (12,13 Sekunden) über die 100 Meter gehörig Grund zur Freude. Diesmal waren die Hundertstel endlich auf ihrer Seite. Die 100 Meter der Männer gehörten dann wieder ganz dem ULC Riverside Mödling. Chuk zeigte, dass er der Schnellste der U23-Klasse war und sicherte sich in guten 10,79 Sekunden den Meistertitel. Markus lief im Finale mit 11,11 Sekunden persönliche Bestleistung und durfte sich über Platz fünf freuen. Das musste doch für die 4x100 Meter Staffel Grund zur Vorfreude geben.
Eine weitere Bestleistung gab es für Leia, die im Dreisprung mit 10,71m Platz sieben erreichte.

Den spannendsten Einlauf gab es an diesem Tage jedoch bei den 1.500 Meter der Herren, wo sich die beiden Topplatzierten der Meldeliste bis zur Ziellinie um den Sieg matchten. Durch einen langgezogenen Schlussspurt des Gegners musste Marcel die letzten Kräfte mobilisieren. Schulter an Schulter bogen die beiden auf die Zielgerade. Marcel konnte sich Zentimeter um Zentimeter vorarbeiten, um sich dann mit 3:54,82 Minuten (0,23 Sekunden vor dem Zweiten) erstmals über einen österreichischen Meistertitel freuen zu können.

Die abschließenden Staffelbewerbe (4x100 Meter) begannen nicht wie erwartet, da wir aufgrund von Verletzungen und fehlenden Ersatzläuferinnen bei den Damen leider nur zum Zusehen verdammt waren.
Bei den Herren gelang dies aber deutlich besser. Als favorisiertes Team konnten die Mödlinger in 41,80 Sekunden auch alle Erwartungen erfüllen. Abermals konnte der ULC Riverside Mödling mit Chuk, Markus, Theo und Samuel die schnellste Staffel Österreichs stellen.
Gratulation an alle, die an diesem Wochenende zum großartigen Abschneiden beigetragen haben und teilweise über sich selbst hinausgewachsen sind. Dies ist hoffentlich auch für viele andere eine Botschaft, dass sich durch Konsequenz, Ehrgeiz und Regelmäßigkeit scheinbar Unmögliches wahrmachen lässt.

U18-Mädchen verbessern NÖ-Staffelrekord – erneut

Nicht von schlechten Eltern war das mannschaftlich starke Auftreten der U18-Mädchen an diesem Wochenende. Allen voran war es die 4x100 Meter Staffel der Mädchen in der Besetzung Pauline Leger, Maxima Krause, Muriel Wohlrab und Anja Dlauhy, die in 48,07 Sekunden mit ihrem eigenen U18-NÖ-Rekord kurzen Prozess machten und diesen um mehr als eine halbe Sekunde auf 48,07 Sekunden verbesserten. Auch wenn der Staffelsieg den einzigen Sieg der U18-Klasse brachte, waren auch die weiteren Leistungen nicht von schlechten Eltern.

Allen voran war es Maxima, die mit je einer zusätzlichen Medaillen in Silber und Bronze einen kompletten Medaillensatz mit nach Hause nehmen konnte. Am ersten der beiden Tage konnte die Tattendorferin nach 25,47 Sekunden (pB) über 200 Meter jubeln. Hier gab es Bronze. Am zweiten Tag legte sie auch über die halb so langen 100 Meter nach. Im Finale blieb die Zeit nach 12,31 Sekunden stehen, was Silber ergab. Auf den Sieg fehlten letzlich nur 0,07 Sekunden.

Zwei weitere Medaillen streifte auch Pauline ein. Während Maxima sich im Kurzsprint zusätzlich "bereicherte", waren es bei Pauline die Hürdensprints über 100 Meter und 400 Meter. Auf der kürzeren der beiden Strecken qualifizierte sich Pauline mit einem guten Vorlauf souverän für das Finale. In diesem legte sie eine Scheibe drauf und steigerte ihren eigenen Hausrekord auf tolle 14,27 Sekunden. Über die 400 Meter Hürden an Tag zwei war nach 63,69 Sekunden Schluss, was auch in dieser Disziplin eine neue persönliche Bestleistung bedeutete. Für beide Leistung wurde Pauline mit Bronze belohnt.

Anja ergattere in ihrer Spezialdisziplin, dem Hochsprung, mit 1,64 Meter ebenfalls Bronze. Mit ihrer Leistung war die Schülerin des ÖLSZ Südstadt jedoch nicht 100%-ig zufrieden. Nicht ganz an ihre Bestleistung kam auch Selina Müller im Speerwurf heran - nach 41,51 Meter durfte Selina trotzdem über Silber jubeln und eine höchsterfolgreiche Saison mit einer Medaille krönen. Beide Mädchen holten sich mit jeweils fünften Plätzen (Selina im Kugelstoß, Anja im Speerwurf) weitere Topplatzierungen. Selina stieß die drei Kilogramm schwere Kugel 12,42 Meter weit, Anja warf den 500 Gramm-Speer auf 35,64 Meter.

Je einen vierten und fünften Platz durften Muriel, die als U16-Athletin eine der jüngsten Starterinnen des Wochenendes war, und Mittelstrecklerin Nicole Bauer bejubeln. An Tag eins überzeugte die eigentliche Triathletin Nicole mit einem starken Auftritt über 3.000 Meter. Die siebeneinhalb Stadionrunden spulte die 15-Jährige in starken 10:30,53 Minuten ab (Platz fünf). Mit dieser Zeit liegt Nicole nun auch auf Platz zwei der ewigen ULC-U18-Bestenliste in diesem Bewerb. Am zweiten Tag ließ sie erneut nicht locker - diesmal jedoch über 1.500 Meter. Auch hier wusste Nicole mit 4:53,20 Minuten sowie Platz vier zu überzeugen.
Muriel folgte ihrer Trainingskollegin Maxima beinahe auf Schritt und Tritt. Für die 200 Meter benötigte die Mödlingerin 25,63 Sekunden und zeigte auch bei den U18-Meisterschaften ihre Konstanz in diesem Jahr und auch dass ihre Verletzung vom Anfang des Jahres längst Vergangenheit ist. Hier gab es mit Platz vier leider "nur" Blech. Über 100 Meter am zweiten Tag sprintete die 15-Jährige zu 12,68 Sekunden und Platz fünf.

In den beiden Sprintbewerben waren mit Christina Halla und Livia Varga noch zwei weitere Mödlingerinnen am Start. Über 100 Meter war für beide im Vorlauf Schluss, jedoch sprinteten sie in 13,13 Sekunden (Christina) bzw. 13,39 Sekunden (Livia) solide Zeiten. Über 200 Meter war Christina sogar noch ein Ticken besser drauf - hier spulte sie die halbe Stadionrunde in 26,19 Sekunden ab. Das war nicht nur persönliche Bestleistung, sondern auch mit dem sechsten Platz gleichbedeutend. Livia schrammte nach 26,83 Sekunden nur knapp an ihrer persönlichen Bestleistung vorbei.

Zuletzt soll auch nicht auf die ULC-Hochsprungphalanx vergessen werden. Hinter Bronzemedaillengewinnerin Anja hatten wir noch vier weitere Athletinnen am Start und zeichneten uns für die vereinsmäßige stärkste Besetzung in einem einzelnen Bewerb verantwortlich. Leticia Scherr sprang in Anjas sog starke 1,61 Meter, was persönliche Bestleistung und Platz fünf bedeutete. Damit haben wir in diesem Jahr mit Anja, Pauline, Selina und Leticia bereits die vierte Hochspringerin, die höher als 1,60 Meter sprang.
Selina kam diesmal auf 1,50 Meter (10. Platz). Exakt die selbe Höhe, jedoch mit mehr Fehlversuchen im Verlauf des Wettkampfes übersprang Leticias Zwillingsschwester Mireille Scherr (12. Platz) und Leonie Bisanz (14. Platz). Letztere durfte sich im Kugelstoß über 11,49 Meter und eine persönliche Bestleistung freuen.

Keine Medaille gab es diesmal auch für unseren einzigen männlichen Vertreter in der U18-Klasse. Chinomnso Nnamdi sprintete die 100 Meter nach guten Vorlauf im Finale in 11,22 Sekunden, wo er mit Blech belohnt wurde. Am Ende sollten hier lächerliche 0,02 Sekunden auf Bronze fehlen. Auf der halben Stadionrunde kam Nono nicht ganz an seinen Hausrekord heran und lief 23,08 Sekunden.

 

Bericht von Christoph Pöstinger, Raphael Asamer

Fotos von ULC/Manfred Müller

 

Bericht (ÖLV, Tag 1) ÖM U23 2020, Klagenfurt, 2020

Bericht (ÖLV, Tag 2) ÖM U23 2020, Klagenfurt, 2020

Bericht (ÖLV, Tag 1) ÖM U18 2020, Klagenfurt, 2020

Bericht (ÖLV, Tag 2) ÖM U18 2020, Klagenfurt, 2020

Ergebnis ÖM U23 2020, Klagenfurt, 2020

Ergebnis ÖM U18 2020, Klagenfurt, 2020