U18-Staffel bricht 18 Jahre alten NÖ-Rekord

ULC Riverside Mödling, Pauline Leger, Maxima Krause

08.-09.08.2020 | Wien | Nach einem intensiven Juli und dem Jonglieren von Wettkämpfen und Urlaub bei vielen unserer Athleten wurde die Leichtathletiksaison 2020 am vergangenen Wochenende um eine Facette erweitert. Mit den Landesmeisterschaften der Allgemeinen Klasse und der U18-Klasse startete nun auch die Meisterschaftssaison. Auf dem Gelände des LAZ Wien sorgten unsere Athletinnen und Athleten für nicht weniger als 38-faches Edelmetall – davon glänzten 14 in Gold. Herausragend war dabei die Leistung der U18-Mädchen, die gleich 14 Medaillen sowie einen niederösterreichischen U18-Rekord bei der Heimreise im Gepäck hatten. Die Details findet ihr umseitig:

U18-Mädchen das Maß der Dinge

Die überragende Leistung aus Vereinssicht war der neue niederösterreichische U18-Rekord der 4x100 Meter Staffel. Vereinsrekorde passierten vor allem in den letzten vier bis fünf Jahren in regelmäßigen Abständen. NÖ-Rekorde bleiben doch eher die Ausnahme, weswegen die Freude darüber dann immer größer ist. Nach dem Siebenkampf-Rekord von Selina Müller vor zwei Wochen war es schon wieder an der Zeit zu jubeln. Im ersten Bewerb am Sonntag stürmte das Quartett Pauline Leger, Maxima Krause, Muriel Wohlrab und Livia Varga in 48,62 Sekunden zum Landesmeistertitel. Gleichzeitig verbesserten die Mädchen den bestehenden NÖ-Rekord aus dem Jahr 2002 um 0,06 Sekunden. Auch wenn dieser Rekord ein Zeichen für die ausgezeichnete Nachwuchsarbeit ist, sind wir doch schon gespannt wie viel sich die Mädchen noch steigern können, wenn sie bei den ÖM U18 wieder am Start sein werden.

Pauline trug sich neben dem Staffelsieg mit ihrem Sieg im Hochsprung noch ein zweites Mal in die Siegerlisten ein. Bis zur ihrer Siegeshöhe von 1,63 Metern behielt Pauline eine lupenreine Weste und übersprang alle Höhe jeweils im ersten Versuch. Erst bei 1,66 Meter war Endstation. Im Hochsprung folgten ihr mit Selina und Leonie Bisanz zwei weitere Mödlinger Athletinnen auf das Siegespodest. Selina unterstrich ihre großartige Form im Hochsprung und kam auf 1,60 Meter. Leonie konnte sich im Vergleich zu den vergangenen Wochen wieder steigern und übersprang 1,51 Meter. Sophie Honetz sprang mit 1,35 Metern eine neue persönliche Bestleistung und landete in der Endabrechnung auf Platz neun.

Selina hatte mit Silber im Hochsprung jedoch noch nicht genug und sicherte sich in ihren beiden Spezialdisziplinen, dem Kugelstoß und dem Speerwurf, mit jeweils Gold noch zwei weitere Medaillen. In ersterem Bewerb stieß die Schülerin die drei Kilogramm schwere Kugel 12,26 Meter weit und sorgte im Duett mit Leonie für den nächsten Mehrfachsieg des ULC. Leonie überzeugte im Kugelstoß mit neuer persönlicher Bestleistung von 11,33 Meter. Sophie und Susanna Halla rundeten mit 9,77 Meter (5. Platz) bzw. 9,06 Meter (9. Platz) das ULC-Ergebnis im Kugelstoß ab.
45,76 Meter im Speerwurf waren eine Klasse für sich. So in etwa könnte man den Titelgewinn von Selina im Speerwurf zusammenfassen. Mehr als elf Meter lagen zwischen der Siegesweite und der Weite der Zweitplatzierten. Sophie zeigte sich auch hier in pB-Form und schrammte mit 30,58 Metern nur um einen Platz am Podium vorbei. Leonie wurde Achte, Pauline direkt dahinter mit pB Neunte. Nicola Krause warf 24,20 Meter und schaffte wie auch Pauline eine neue persönliche Bestmarke.

Goldmedaille Nummer fünf ging auf das Konto von Tabea Schmid, die mit Sicherheit eine der jüngsten Athletinnen des gesamten Wochenendes war. Bereits vor zwei Wochen überzeugte Tabea mit einem starken Rennen im deutschen Regensburg, wo sie ihre pB deutlich verbesserte. In ihrem ersten U16-Jahr zeugte Tabea dann aber den „alten“ U18-Athletinnen wie souverän man Gold gewinnen kann. In 2:26,51 Minuten war die Mödlingerin unantastbar und lief ungefährdet zu ihrem ersten Landesmeistertitel überhaupt.

Die weiteren Medaillen spielen wir im Schnelldurchlauf ab, da es einfach zu viele gewesen sind. Und ehrlich gesagt könnte man zu jeder Medaille und Leistung einen gesamten Bericht schreiben. Im kürzesten Sprint des Wochenendes, über 100 Meter, holte sich Maxima die Bronzemedaille. Im Vorlauf lief sie in 12,30 Sekunden eine neue persönliche Bestleistung. Trainingskollegin Muriel kam direkt dahinter auf den vierten Platz. Über 200 Meter drehte Muriel den Spieß um, auch weil sie auf der halben Stadionrunde über sich hinausgewachsen ist. Nach 25,55 Sekunden durfte Muriel über eine neue persönliche Bestleistung und die erste 25er-Zeit in ihrer Karriere jubeln. Gleichzeitig egalisierte Muriel den aktuellen U16-Vereinsrekord von Ines Futterknecht über diese Distanz. Maxima, die in 25,67 Sekunden ebenfalls so schnell wie noch nie war, wurde erneut Dritte. Nicht vorenthalten wollen wir die Leistung von Christina Halla, die als Sechste zwar keine Medaille gewinnen konnte, mit 26,72 Sekunden in ihrem ersten U16-Jahr eine abermalige Talentprobe abgab und Platz sechs ersprintete.
Im Laufbereich hielt neben Tabea auch Nicole Bauer die ULC-Farben hoch. Sowohl über 1.500 Meter als auch über 3.000 Meter sorgte Nicole für weitere Silbermedaillen.
Im Stabhochsprung sprang Lea Vancl mit 2,40 Meter zu einer neuen Saisonbestleistung und der 14. Medaille der U18-Mädchen.

Drei Jungs holen sich sechs Medaillen bei den U18 Jungs

Der eifrigste Medaillensammler war Chinomnso Nnamdi, der in allen Sprintdisziplinen (100 Meter, 200 Meter, 400 Meter) am Start war. Über 100 Meter musste sich Nono trotz einer ausgezeichneten Leistung von 11,21 Sekunden um knappe drei Hundertstelsekunden geschlagen geben. Umso besser klappte es dafür auf der längere Kurzsprintdistanz, wo er sich mit 23,03 Sekunden neben einer persönlichen Bestleistung auch den Landesmeistertitel sicherte. Über 400 Meter war ihm der Sieg erneut verwehrt geblieben – 51,81 Sekunden und abermals pB zeigen aber Nonos Vielseitigkeit.
Daniel Muster gewann den Stabhochsprung der U18-Klasse mit 3,20 Meter. Damit führte der Maria Enzersdorfer vor seinem Trainingskollegen Daniel Seidl, der mit 3,00 Meter eine deutliche neue Bestleistung sprang, einen ULC-Doppelsieg. Einen Doppelsieg im Stabhochsprung hat es in der gesamten ULC-Geschichte noch nicht gegeben. Daniel überzeugte auch im Speerwurf mit dem 700 Gramm schweren Wurfgerät. Dieses schleuderte er auf starke 48,46 Meter, was ihm Silber sowie eine deutliche neue Bestleistung einbrachte.

Die beiden Daniels waren auch noch in drei weiteren Bewerben am Start. Platzierungstechnisch am besten schnitt Daniel Muster im Diskuswurf ab. Leider kam von sechs Versuchen nur ein gültiger Versuch in die Wertung. Dieser wurde mit 29,45 Meter gemessen, womit Daniel in der Endabrechnung auf Platz vier landete.
Im Hochsprung durfte sich der jüngere Daniel Seidl über Platz fünf freuen. Viel größer war vermutlich aber die Freude über das erstmalige Überspringen der 1,60 Meter-Marke und das Aufstellen einer neuen persönlichen Bestleistung. Im Weitsprung gab es für den „alten“ und den „jungen“ Daniel die Plätze fünf (5,76 Meter) bzw. neun (5,21 Meter).

ULC-Frauen in den Laufbewerben eine Klasse für sich

In allen Laufbewerben der Allgemeinen Klasse der Frauen führte so gut wie kein Weg an den Damen des ULC Riverside Mödling vorbei. Nur über 100 Meter und 5.000 Meter gab es Siegerinnen von anderen Vereinen. Besonders war der Sieg über 1.500 Meter, wo Lena Millonig vor ihrer älteren Schwester Julia Millonig einen ULC-Vierfachsieg anführte. Dieser wurde komplettiert von Amelie Sattler, die in 5:06,47 Minuten einen deutliche neue pB lief, und Stephanie Schrotter.
Julia sicherte sich bereits während des ersten Meisterschaftstags den Sieg über 800 Meter. Mittelstreckenkollegin und U20-Athletin Amelie Brunner war in Saisonbestleistung von 58,71 Sekunden auf der Stadionrunde unantastbar. Dasselbe galt auch für Leonie Springer über 200 Meter, wo sich die Vösendorferin in guten 24,95 Sekunden durchsetzte.
Die Handvoll Goldmedaillen komplettierte das 4x100 Meter Quartett der Frauen. In der Aufstellung Leonie Tasch, Leonie Bisanz, Leonie Springer und Christina Halla sprinteten die vier Damen die Stadionrunde schneller (49,20 Sekunden) als die restlichen Vereine.

Über 100 Meter und 5.000 Meter durften wir uns ebenso über jeweils eine Medaille freuen, auch wenn es die einzigen beiden Laufbewerbe ohne ULC-Gold waren. Leonie Springer überquerte im 100 Meter-Sprint als Zweite die Ziellinie. In 12,07 Sekunden war sie auch der Leistung an sich sehr zufrieden. Luna Pajer belegte in der Endabrechnung den guten fünften Platz.
Allen Grund zur Freude hatte auch Larissa Matz, die mit Silber dekoriert die Heimreise antreten durfte. Nicht nur, dass Larissa ihre erste Medaille bei Landesmeisterschaften in der Allgemeinen Klasse gewinnen konnte – in 18:54,60 Minuten steigerte sie ihren Hausrekord deutlich und blieb zum ersten Mal unter der 19-Minuten-Schallmauer.

Einen tollen Einstand im ULC-Dress feierte auch Leia Nemeskeri. Im Weitsprung überraschte die 19-Jährige mit starken 5,32 Metern. Silber war für diese Leistung auch mehr als angemessen. Im selben Bewerb sprang Leonie Tasch 4,65 Meter weit und belegte Platz sechs. Nach dem Medaille Nummer eins am ersten Tag für Leia noch nicht genug war, legte diese am zweiten Tag im Dreisprung, der zweiten horizontalen Sprungdisziplin noch einmal nach. Im dritten der sechs Durchgänge sprang sie 10,65 Meter und landete auf Platz drei.
Die letzte Medaille – somit haben die ULC-Frauen in jedem Bewerb, in dem sie angetreten sind, zumindest eine Medaille gewonnen – ging auf das Konto von Leonie Tasch, die im Speerwurf mit 28,88 Meter (pB) auf den Bronzerang kam.

ULC-Männer runden das gelungene Wochenende mit 2 x Gold ab

Dass der ULC Riverside Mödling eine Macht ist, wenn es um Staffelrennen geht, war bereits seit einiger Zeit klar. Nach Gold der U18-Mädchen und der Damen sorgten auch unsere Männer für einen Goldrausch. Mit Chukwuma Nnamdi, Markus Grau, Andreas Meyer und Tobias Lugstein gab es letzten Endes einen deutlichen Sieg und schon einen Fingerzeit auf die hoffentlich erfolgreiche Titelverteidigung bei den in einer Woche stattfindenden Staatsmeisterschaften im BSFZ Südstadt.
Das zweite Männer-Gold schnappte sich Langstreckenass Christian Steinhammer, der sich nach seinem Höhentrainingslager in St. Moritz (Schweiz) in Topform präsentierte. Trotz später Startzeit und bei anhaltender Hitze spulte Christian die 12,5 Stadionrunden in ausgezeichneten 14:46,35 Minuten ab.

Neben den beiden Goldmedaillen zeigten speziell die Sprinter, dass man die ULCler auch in den Einzelbewerben immer auf der Rechnung haben muss. In Abwesenheit von Markus Fuchs, der sich auf die Staatsmeisterschaften kommende Woche vorbereitet, verpasste Chuk in einem knappen Zieleinlauf über 100 Meter (10,80 Sekunden) den Landesmeistertitel nur um 0,02 Sekunden. Vereinskollege Andi landete auf Platz drei (10,88 Sekunden).
Über 200 Meter konnte der erfahrenere Andi den Spieß umdrehen und die jüngeren Sprinter des ULC hinter sich lassen. 22,07 Sekunden bedeuteten neue Saisonbestleistung und Silber auf der halben Stadionrunde. Es gab zwar nur „Blech“ – trotzdem durfte sich Markus Grau in 22,35 Sekunden über die schnellste Zeit seiner Karriere freuen. Chuk wurde dahinter in neuer Saisonbestleistung (22,82 Sekunden) guter Fünfter. Thomas Frenkenberger und Nick Holitz folgten auf den Plätzen acht und neun.

Markus Grau und Thomas war nicht nur über 200 Meter, sondern auch über die doppelt so langen 400 Meter am Start. Nach der 200 Meter Bestleistung markierte der 18-jährige Mödlinger auch in diesem Bewerb einen neuen Hausrekord. Als Kirsche auf der Torte durfte sich Markus auch noch die Silbermedaille umhängen lassen. Thomas benötigte für die Stadionrunden 54,65 Sekunden (SB) und landete auf Platz vier.
Im Mittelstreckenbereich war die Aufstellung bei den Landesmeisterschaften eher dünn. Jakob Walzhofer hielt als einziger Läufer des ULC die Vereinsfarben hoch. 2:07,11 Minuten über 800 Meter bedeuteten für den Biedermannsdorfer neue persönliche Bestleistung. Bei den längeren 1.500 Metern belegte Jakob Platz sieben.
Erfolgreich verlief auch der Auftritt von Valentin Steidl, der wie Leia zuvor bei seiner ersten Landesmeisterschaft überhaupt am Start war. Das 800 Gramm schwere Wurfgerät flog 33,13 Meter weit und brachte Valentin Platz sechs ein.

 

Bericht von Raphael Asamer

Fotos von ULC/Bettina Muster

 

Ergebnis NÖLV AK/U18 2020, Wien, 2020