ULC-Girls holen insgesamt vier Goldene

ULC Riverside Mödling

(Piber/Köflach, 12.3.2016) Nur zwei nachdem die nationale Hallensaison abgeschlossen wurde, ging im steirischen Piber in der Nähe von Köflach die österreichische Crosslaufsaison in die letzte Runde. Im Vorfeld wurde von Seiten des Organisationsvereins LTV Bawag Köflach bereits kräftig die Werbetrommel für die Meisterschaften gerührt. Aus ULC-Sicht durfte man sich nach starken Leistungen bei den niederösterreichischen Meisterschaften durchaus berechtigte Hoffnung auf einige Medaillen machen. Wie schon in der Vorschau (VORSCHAU: ÖM Crosslauf) angekündigt, war das dem Team des ULC Riverside Mödling sehr mädchenlastig. Das Männerteam fiel aufgrund der Erkrankung von Manuel Trost ins Wasser. Umseitig werden wir die einzelnen Bewerbe chronologisch aufarbeiten. Lest selbst:

U14 weiblich (1.700 Meter - 12:00 Uhr):

Pauline Leger und Maxima Krause konnten bei den NÖM in Klosterneuburg mit Silber und Bronze sogar ihren Trainer überraschen. Dieser wollte vor den österreichischen Meisterschaften nicht zu viel Druck auf die beiden ausüben. Komplettiert wurde das Mädchenteam durch Theresa Grossmann, die durch eine ebenfalls starke Leistung in Klosterneuburg beim letzten Wettkampf auf den ÖM-Zug aufgesprungen ist.
Auch in Köflach lautete die Devise "Auf der ersten Hälfte den Rhythmus finden, auf der zweiten Hälfte volle Attacke". Pauline und Maxima begann taktisch sehr geschickt und ordneten sich um Position zehn bis 15 ein. Zwei Drittel der ersten 850 Meter langen Runde liefen sie so weiter. Theresa, die sich extra noch Spikes zugelegt hattte, lief nicht weit dahinter. Mit Beginn der zweiten Runde starten Maxima und Pauline dann langsam aber sicher ihre Aufholjagd. 500 Meter vor Schluss lagen die beiden U14-Athletinnen bereits auf den Plätzen fünf und sechs. Nach vorne war schon eine relativ große Lücke, von hinten wollten aber einige Konkurrentinnen ebenfalls noch in die Platzierungsränge laufen. Die jüngere Maxima konnte ihre Trainingskollegin am letzten Anstieg noch überholen, an den Platzierungen der beiden sollte sich aber im langgezogenen Bergabstück bis ins Ziel nichts mehr ändern. Der Trainer blickte aber gespannt ein paar Meter weiter nach hinten, wo Theresa an der Spitze einer größeren Verfolgergruppe beherzt kämpfte. Theresa gab vor allem auf den letzten 200 Metern vom höchsten Punkt der Strecke bis ins Ziel noch einmal alles und ließ keine Konkurrentin mehr passieren. Am Ende gab es so für die Wienerin, die erst seit Oktober in der U14-Gruppe trainiert den tollen 14. Platz.

Zwei Platzierungen mit Maximas fünften und Paulines sechsten Platz waren schon einmal sicher. Jetzt hieß es auf das Mannschaftsergebnis warten. Die Mädchen des LC Neufurth, die in Klosterneuburg die Nase knapp vorne hatten, präsentierten sich auch in Köflach stark und holten sich im Einzel Gold und Bronze. Unsere drei Mädchen lagen noch komplett außer Atem in der Wiese und erholten sich von ihrem Rennen, als der Sprecher das Mannschaftsergebnis verlautbarte: "Platz zwei LC Neufurth mit 26 Punkten und österreichische Meisterinnen in der Mannschaft der ULC Riverside Mödling mit 25 Punkten." In diesem Moment war die Anstrengung wie verflogen und die drei Mädchen konnte über eine höchst überraschende aber umso erfreulichere Goldmedaille jubeln. Maxima holte sich nach Gold mit dem Mehrkampfteam im Vorjahr bereits ihre zweite Goldene bei ÖM, diesmal jedoch als Leithammel. Pauline und Theresa gaben überhaupt ihr Debut bei einer ÖM und durften die Heimreise gleich mit Gold antreten - besser geht es nicht.

Interessantes Detail am Rande, das den Teamspirit der Mädchen zeigt: Theresas Klasse fuhr am Samstag in der Früh auf Skikurs. Theresa wollte jedoch unbedingt starten und verschob die Anreise auf nach den ÖM. Dieses Detail im Hinterkopf macht die Goldmedaille umso wertvoller.

 

U14 männlich (1.700 Meter - 12:15 Uhr):

Bei den Jungs war die Ausgangslage eine etwas andere. Hier konnten wir leider keine Mannschaft stellen. Mit Tamino Schmid hatten wir den Fünften der Landesmeisterschaften am Start. Verstärkung bekam er von Chinomnso Nnamdi, der die Landesmeisterschaften krankheitsbedingt verpasst hatte.
Tamino startete auch in Köflach sehr mutig und lief zu Beginn in der großen Führungsgruppe mit. Gegen Ende der ersten Runde begann diese Gruppe dann etwas zu zerbröckeln. Tamino lief als Zwölfter nach der ersten Runden über die Ziellinie. Mit einem beherzten Rennen konnte sich der 13-jährige Mödlinger auf der Schlussrunde noch einen Konkurrenten schnappen und kam am Ende als guter Elfter über die Ziellinie. Nono merkte man während des Rennens die gerade erst überstandene Erkältung noch an. Nono, der jetzt in seinem ersten U14-Jahr ist, finishte auf dem 21. Gesamtrang.

Die Leistung von Tamino bei den österreichischen Meisterschaften kann durchaus noch höher als bei den niederösterreichischen Meisterschaften einschätzen. Im Vergleich zu den niederösterreichischen Konkurrenten war er bei allen Konkurrenten eine Spur näher. Im Sommer wird sich hier sicher noch eine deutliche Verbesserung einstellen.

 

U16 männlich (2.550 Meter - 12:50 Uhr):

Mit Patrick Traxler hatte der ULC Riverside Mödling ein ganz heißes Eisen im Feuer. Patrick konnte im Vorjahr leistungsmäßig einen riesigen Sprung nach vorne machen, über den Winter konnte er dieses tolle Niveau weiter ausbauen und vor zwei Wochen bei den NÖM die Konkurrenz nach Belieben dominieren. In Köflach gab es dann ein Aufeinandertreffen von drei großen Talenten - Paul Seyringer aus Oberösterreich, Sebastian Frey aus Wien und eben Patrick. Gegen Sebastian konnte Patrick heuer bereits zweimal gewinnen, gegen den Oberösterreicher war Patrick aber noch nie erfolgreich. Letzterer hatte bereits während der Hallensaison mit einem österreichischen U16-Rekord aufgezeigt.
Patrick und sein Trainer wussten, dass man nur eine Chance haben wird, wenn man das Rennen von Anfang bis zum Ende schnell macht. Im Sprint gab es gegen den Oberösterreicher nichts zu holen. Auf der ersten der drei 850 Meter langen Runden ordnete sich Patrick in der Führungsgruppe ein und beobachtete die Situation zuerst. Mit Beginn der zweiten Runde steigerte Patrick das Tempo langsam, gegen Ende dieser Runde dezimierte er dadurch die Führungsgruppe auf die drei eingangs erwähnten Läufer. Auf der Schlussrunde startete Patrick eine weitere Tempoverschärfung, der auch Sebastian Frey Tribut zollen musste. Paul Seyringer war jedoch nicht abzuschütteln. Mehrmals noch versuchte Patrick vor den teils sehr engen Kurven vorbeizugehen, um den Druck weiter zu erhöhen. Der Oberösterreicher blieb jedoch aufmerksam und ließ den ULC-Athleten nicht passieren. 200 Meter vor Schluss, am höchsten Punkte der Strecke, waren die beiden noch immer dicht hintereinander. Patrick konnte bei der letzten Attacke des Oberösterreichers nicht mehr kontern und finishte in sehr starken 8:10,8 Minuten auf dem Silberrang.

Für Patrick war es in seinem zweiten U16-Jahr die erste Medaille bei österreichischen Meisterschaften überhaupt. Die Form in Richtung Freiluftsaison stimmt auf jeden Fall. Und auch, wenn es in Köflach mit Gold noch nicht klappen sollte, war die Freude über die erste österreichische Einzelmedaille riesengroß und man weiß, wofür man die Trainingsqualen in den Wintermonaten auf sich nimmt.

 

Männer kurz (3.400 Meter - 14:05 Uhr):

Eingangs hatten wir schon erwähnt, dass das Männerteam aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls von Manuel ins Wasser gefallen war. Raphael Asamer und Gabriel Hein, die verbleibenden beiden ULC-Starter, wollten ein möglichst gutes Ergebnis abliefern und die nicht ganz optimalen Leistungen der Landesmeisterschaften wieder ausmerzen.
Das Rennen entwickelte sich vom Startschuss anders als erwartet. Ab dem ersten Meter wurde auf das Tempo gedrückt und es gab während des gesamten Rennens keine Sekunde Verschnaufpause. Raphael bleib beim Start etwas im Hauptfeld hängen und musste sich dann teils mit den Armen etwas Platz verschaffen, um nicht in Gefahr eines Sturzes zu kommen. Die erste Runde war schnell, sehr schnell sogar. Raphael lief auf Platz acht, jedoch alleine, nach der ersten von vier Runden über die Ziellinine. Das Tempo wurde auch in den Runden zwei und drei nicht langsamer. Ein Konkurrent überholte Raphael, jedoch fand der Laaber wieder Anschluss an den vor ihm laufenden Konkurrenten. Diesem wich er auch nicht mehr von der Seite. Auf der Schlussrunde startete Raphael am letzten Anstieg einen Angriff, der jedoch tatktisch geschickt abgewehrt wurde. Der steirische Konkurrent zog auf dem danach folgenden Bergabstück etwas das Tempo an, Raphael lief knapp eine Sekunde dahinter auf dem starken neunten Platz ins Ziel.
Gabriel startete das Rennen ebenfalls schnell aber etwas hinter Raphael. In einer großen, ca. 20 Mann starken Gruppe, lief Gabriel ein sehr aktives Rennen. Wie alle Läufer in diesem Rennen war auch Gabriel in den Runden zwei und drei etwas langsamer. Gabriel war dann jedoch einer der wenigen Athleten die in der abschließenden vierten Runde noch einmal mächtig zulegen konnte. In 2:41,5 Minuten auf den letzten 850 Meter absolvierte er die vierte Runde sogar schneller als die etwas kürzere Startrunde. Insgesamt kann man die Leistung von Gabriel, der den 19. Platz im Rennen belegte, deutlich höher einschätzen als jene der Landesmeisterschaften. Als Ursache hierfür ortete Gabriel die aufgrund längerer Spikes bessere Traktion.

Das Fazit bei den Männern ist auf jeden Fall ein positives. Raphael ist nach eineinhalb Jahren Verletzungspause und bei seinen ersten östereichischen Meisterschaften seit mehr als zwei Jahren wieder angekommen. Gabriel überzeugte bei seinem ersten Einzelstart bei einer österreichischen Meisterschaft mit einer sehr guten Leistung. Für die Freiluftsaison kann man schon auf die Leistungen der beiden Athleten von Christian Jaeger gespannt sein.

 

Frauen/U23 weiblich/U20 weiblich (5.100 Meter - 15:15 Uhr):

Bei den Frauen hatte man gleich zwei sehr heiße Eisen mit von der Partie. Lena Millonig und Ylvi Traxler, beide U18-WM-Teilnehmerinnen, sollten einerseits in der U20-Klasse fuer klare Verhältnisse sorgen und andererseits auch in der allgemeinen Klasse für mächtig Wirbel sorgen. Komplettiert wurde die Mödlinger Mannschaft von Daniela Jantschy und Ada Werderitsch.

Lena ordente sich gleich nach dem Startschuss direkt hinter ihrer Trainingskollegin Nada Pauer ein. Drei Runden lang konnte Lena der Schwechaterin folgen. Das Tempo war ähnlich dem Männerrennen von Beginn an hoch. In der vierten der sechs kleinen Runden musste Lena dann erstmals eine kleine Lücke aufreißen lassen. Von da an ließen sowohl die Mödlingerin als auch die Führende einsame Rennen. Beeindruckend ist dann, dass Lena das Tempo auch gegen Ende des Rennens hochhalten konnte - keine Rundenzeit war langsamer als drei Minuten. Somit betrug der Abstand zur Siegerin am Ende etwas mehr als zehn Sekunden.
Vereinskollegin Ylvi startete wesentlich verhaltener in das Rennen. Ylvi, die zum ersten Mal überhaupt im Frauenrennen am Start war, bewegte sich trotzdem schon zu Beginn um den sechsten Platz herum. Zu Beginn der dritten Runde beordete sie Trainer Christian dann nach vorne, womit Ylvi den Versuch startete in die Nähe des dritten Platzes zu kommen. Die Maria Enzersdorferin konnte in der vierten Runde etwas Zeit gut machen, musste dann aber im Gegenzug in Runde fünf etwas mehr Rückstand in Kauf nehmen. An Position vier laufend beendete die 17-Jährige auch das Rennen. Sie konnte somit den ausgezeichneten vierten Platz in der allgemeinen Klasse und hinter Vereinskollegin Lena den zweiten Platz in der U20-Wertung erlaufen.
Gespannt wurden die Blicke auch etwas weiter nach hinten gerichtet. Daniela und Ada begannen das Rennen zusammen. Erstere konnte sich dann mit Beginn der dritten Runde etwas von ihrer Trainingskollegin lösen. Mit einem gleichmäßigen und konstanten Rennen finishte Dani auf dem 29. Platz, vier Plätze vor Ada. Zwischen den beiden lagen am Ende des Rennens insgesamt 15 Sekunden.

Ähnlich wie bei den U14-Mädchen am Beginn des Wettkampftages richteten die Trainer und Familien den Blick auf die Teamwertung - ist es sich ausgegangen oder nicht. Nach nur zwei Minuten gab es ein höchsterfreuliches Déjà-vu. Lena, Ylvi und Dani konnten den Staatsmeistertitel mit der Mannschaft im Crosslauf nach Mödling zu holen - vermutlich zum ersten Mal überhaupt. Und es sollte noch besser kommen: Zusammen mit Ada (da Dani als 1992er-Jahrgang nur in der Allgemeinen Klasse startberechtigt ist) sicherten sich Lena und Ylvi auch noch den Mannschaftstitel in der U20-Klasse.

Lena konnte sich an diesem Wochenende vermutlich zur erfolgreichsten Athletin in der Geschichte dieser Meisterschaften krönen. Mit nur einem Lauf gewann Lena 3 x Gold und 1 x Silber. Auch Ylvis Ausbeute mit 2 x Gold, 1 x Silber und einem vierten Platz ist nicht minder beeindruckend.

 

Normalerweise beenden wir unsere Artikel noch einmal mit einem kurzen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben. Diesmal aber wollen wir dem Team des LTV Bawag Köflach sehr herzlich zu dieser sehr gelungenen Crossstaatsmeisterschaft gratulieren. Mit einer abwechslungsreichen, schnellen und gleichzeitig auch technisch anspruchsvollen Strecke wurde wirklich jedem Läufertyp etwas geboten. Das Team um Stefan Mayer hat sich für diese Meisterschaft, die seit vielen Jahren sicherlich die beste war, ein riesengroßes Lob verdient.

 

Ergebnis ÖM Crosslauf, Piber/Köflach, 2016

Bericht (ÖLV) ÖM Crosslauf, Piber/Köflach, 2016

Bericht (NÖLV) ÖM Crosslauf, Piber/Köflach, 2016