ÖLV

(22.03.2017, sport.orf.at vom 21.03.2017) In etwa einem Monat finden die österreichischen Staatsmeisterschaften im Straßenlauf statt. Dabei haben die U18-Klassen 5 Kilometer und alle älteren Starterinnen und Starter 10 Kilometer zu absolvieren. Auf der ORF-Homepage gibt es in der Sportsektion zur Zeit eine erste Einstimmung auf diese Meisterschaften.

 

10-km-Meisterschaften als Einstimmung

Der Vienna City Marathon (VCM) wartet auch bei seiner 34. Auflage am 23. April mit Innovationen auf. Am Tag vor dem großen Highlight mit Marathon, Halbmarathon und Staffelmarathon gibt es erstmals einen „Super-Samstag“, an dem neben den Get-active-Nachwuchsläufen auch die österreichischen Staatsmeisterschaften im 10-km-Straßenlauf ausgetragen werden.

„Es wird einen so würdigen Rahmen und so viele Zuschauer wie noch nie geben“, freute sich Hannes Gruber, der Sportkoordinator des Österreichischen Leichtathletikverbandes (ÖLV), am Dienstag bei einem Pressetermin in Wien über die Einbindung der Meisterschaften ins VCM-Programm. Auch heuer werden wieder mehr als 40.000 Läufer in den Straßen der Bundeshauptstadt unterwegs sein.

 

Millonig und Pfeil im Blickpunkt

Prominenteste 10-km-Starter sind Berglauf-Weltmeisterin und ÖLV-Marathon-Rekordhalterin Andrea Mayr sowie Mittelstreckenspezialist und Hallen-EM-Finalist Andreas Vojta. Ebenfalls dabei sein wird Nachwuchshoffnung Lena Millonig. Die 19-jährige Tochter von Ex-Halleneuropameister Dietmar Millonig, im Vorjahr noch Siegerin des 4,2-km-VCM-Laufs und zuletzt Crosslauf-Vizestaatsmeisterin hinter Mayr, peilt eine Zeit von 35 Minuten an. Das Saisonziel ist aber die U20-EM in Italien, wo sie die 3.000 m Hindernis bestreiten will.

Lena Millonig, Wolfgang Konrad mit IAAF Gold Label, Valentin Pfeil

VCM/Leo Hagen.

Lena Millonig, Veranstalter Wolfgang Konrad und Valentin Pfeil freuen sich auf den VCM

Größter heimischer Hoffnungsträger am Sonntag ist wieder Valentin Pfeil, der im Vorjahr beim VCM sein Marathon-Debüt gegeben hat und mit 2:16:37 Stunden zwar als 13. bester Österreicher wurde, das Olympialimit für Rio de Janeiro (2:14) aber klar verfehlte. Heuer will der 28-Jährige die etwas leichtere Norm für die WM in London (2:15) angreifen. „Ich werde es sicherlich professioneller angehen“, glaubt Pfeil, aus seiner Vorjahreserfahrung gelernt zu haben.

Afrikaner in der Favoritenrolle

Die Siegesanwärter über die klassische 42,195-km-Distanz kommen freilich wie zumeist in den letzten Jahren aus Afrika. Der Kenianer Eliud Kiptanui und der Äthiopier Deribe Robi ragen mit Bestzeiten von 2:05:21 und 2:05:58 Stunden aus einer Gruppe von bereits verpflichteten Topläufern heraus. Den VCM-Streckenrekord hält seit 2014 der Äthiopier Getu Feleke mit 2:05:41.

Bei den Damen will Shuko Genemo ihren Vorjahressieg wiederholen. Die 21-jährige Äthiopierin hatte im Vorjahr in Wien trotz starken Windes mit 2:24:31 die zweitbeste Marke in der VCM-Geschichte erzielt. Als stärkste Gegnerin gilt ihre Landsfrau Meseret Mengistu, die mit ihrer Bestzeit von 2:23:26 die schnellste Läuferin im Feld ist.

Größte „Active-Lifestyle-Veranstaltung“

Der VCM ist Österreichs größte „Active-Lifestyle-Veranstaltung“, wie Veranstalter Wolfgang Konrad betonte. „Wir organisieren Laufkultur auf Gold-Niveau“, sagte der ehemalige Hindernisläufer, der darauf hinwies, dass der VCM als einer von nur zwölf Marathons in Europa das Gold-Label des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) führt.

Dessen Präsident Sebastian Coe drückte seine Wertschätzung in einer Stellungnahme aus: „Die Organisatoren des Vienna City Marathon haben klar verstanden, dass es nicht ausreicht, einfach Eliterennen durchzuführen. Jedes Jahr haben sie erfolgreich neue Themen geschaffen, um die Geschichte des Marathons auf neue und aufregende Weise zu erzählen.“

18-mal die Erde umrundet

Mit Teilnehmern aus derzeit 120 Nationen ist der VCM jährlich das Sportereignis mit der größten Internationalität in Österreich. Zu den bis Dienstag 40.125 gemeldeten Läufern kommen noch bis zu 400.000 Zuschauer an der Strecke. Allein am Marathon-Tag laufen die VCM-Teilnehmer in allen Bewerben 750.000 Kilometer. Das entspricht der 18-maligen Umrundung der Erde. Das Training der Teilnehmer mit all seinen positiven gesundheitlichen Wirkungen übertreffe diese Leistung um ein Vielfaches, merkte Konrad an.

Läufer am Vienna City Marathon

GEPA/Philipp Brem

Im Vorjahr umrundeten die über 40.000 Läufer umgerechnet 18-mal die Erde

Auch deshalb handle es sich insgesamt um mehr als nur einen Marathon. „Wir inszenieren im öffentlichen Raum und begeistern mit Emotionen. Und das in der Welthauptstadt der Musik“, so Konrad. „Das Theater der Emotionen wird weitergehen, weil es so gut zu Wien, der lebenswertesten Stadt der Welt, passt. Nichts bewegt in Österreich so sehr wie der VCM.“ Zudem habe man mit dem Marathon eine gesellschaftliche Veränderung erzeugt, hin zu einem aktiveren Lebensstil, also in Richtung Gesundheit.

„Smarte“ Startnummer als Innovation

Neu ist heuer die sogenannte „easibib“, eine „smarte“ Startnummer, mit der man sich (vorerst nur für die Samstag-Bewerbe) rascher und einfacher anmelden kann und bis kurz vor dem Start flexibel bleibt. „Easibib ist einfach, flexibel und die perfekte Motivation für jeden Läufer“, lobte VCM-Organisationsleiter Gerhard Wehr das innovative System, das er im VCM-Team entwickelt und gemeinsam mit dem Institut für Pervasive Computing der Universität Linz umgesetzt hat.

Das weltweite Interesse an den virtuellen VCM-Angeboten unterstreicht die Attraktivität. Auf der VCM Mobile App gab es im Vorjahr allein am Renntag mehr als eine Million Serveranfragen, die Website verzeichnete über 20 Millionen Zugriffe. Bewährt hat sich auch das Charity-System, bei dem jeder Teilnehmer für einen selbst bestimmten Zweck laufen kann. Im Vorjahr kamen insgesamt 155.000 Euro an Spenden für 15 verschiedene Organisationen zusammen.

 

Back To Top